Hebel ( Leverage)
Es ist offenkundig der Hebel, um dessen Willen Investoren Optionsscheine
erwerben. Zu den wichtigsten Kennzahlen der klassischen
Optionsscheinbewertung gehören die Hebelwirkung, auch Leverage Faktor
genannt.
Der Hebel zeigt an, um wieviel mal stärker der
Optionsschein theoretisch gegenüber dem Anlagemedium bei identischem
Kapitaleinsatz schwankt. Mit anderen Worten ist der Hebel eine Messzahl für
den Kapitaleinsatz. Um an dem Kursgewinn des Anlagemediums in gleichem
Umfang partizipieren zu können, ist der Kapitaleinsatz beim Warrant
entsprechend seiner Hebelwirkung geringer. Der Hebel ist in der Praxis ein wenig biegsam. Die
Kursausschläge fallen schwächer aus als berechnet. Der Grund: Optionsscheine
werden an der Börse zu einem höheren Preis gehandelt als in einer
Modelrechnung. Käufer der Scheine sind möglicherweise bereit, noch eine Art
Prämie für die Gewinnchancen des Scheins auf den inneren Wert des
Optionsscheins draufzulegen. Zeitwert nennt man diesen Aufschlag.
Beim Hebel zum Beispiel von vier muss um mit dem Warrant den gleichen Gewinn
wie mit der Aktie erzielen zu können, theoretisch nur ein viertel des
Kapitaleinsatzes geleistet werden. Setzt der Optionsscheininhaber ebenso
viel Kapital wie der Aktionär ein, fällt sein gewinn theoretisch viermal
höher aus. Bei einem Hebel von vier, heißt dies nicht automatisch 1%
Kursabstieg im Anlagemedium = 4% Kursanstieg des Optionsschein. Um dieser
Frage nachzugehen ist erst einmal des Delta zu ermitteln.
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Je niedriger der Kurs des Optionsschein im Verhältnis zum Anlagemedium ist, desto stärker reagiert der Schein auf Schwankungen des Anlagemediums.
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Der Hebel ist in der Regel um so größer, je kürzer die Restlaufzeit des Optionsscheins
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Der Hebel ist in der Regel um so größer, je größer die Kursveränderung im Anlagemedium pro Zeitintervall sind
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Der Hebel sinkt in der Regel um so mehr, je größer der innere Wert des Optionsscheins ist
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Der Hebel eines lang laufenden Optionsscheins ist in den ersten Tagen einer kurzfristigen Trendumkehr des Anlagemediums höher, als an den folgenden Tagen
Formel bei Aktien
Hebel = Aktienkurs : Optionsscheinkurs
Beträgt das Optionsverhältnis nicht eins zu eins (1:1), kann also nicht mit
einem Schein eine Aktie bezogen werden, errechnet sich der Hebel wie folgt:
Hebel = Aktienkurs : Optionsscheinkurs x Optionsverhältnis
Generelle Formel:
Hebel = Optionsscheinpreis + Anzahl der zu beziehenden Aktien x Bezugspreis
: Optionsscheinpreis
Beim Hebel sorgen unterschiedliche Berechnungsmethoden und Bezeichnungen für
Verwirrung. Bekannt sind der klassische Hebel, auch Hebel aktuell genannt
sowie der theoretische Hebel. Wenig Aussagekraft hat der herkömmliche Hebel,
der unterstellt das sich der preis eines Warrants und der des
Basisinstruments um den jeweils gleichen Betrag bewegt. Dieser lässt sich
einfach und schnell errechnen. Kurs Basisinstrument dividiert durch
Optionsscheinkurs ( unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses. Die
Praxis zeigt jedoch das sich ein Aktienkurs und Optionsscheinkurs nicht
immer in gleicher Höhe ändern. Denn ein Call weis bei Fälligkeit nur einen
Wert auf, wenn der Bezugspreis tiefer ist als der Kurs des Basiswerts. Zumal
das Delta die tatsächliche Dynamik zeigt, wird es in die Berechnung des
theoretischen Hebels mit einbezogen. Formel: Hebel aktuell mal Delta.