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Kauf eines Call
Der Käufer eines Calls auf 50 Aktien zum Basispreis von 450,- € kann unabhängig vom Kurs der Aktie vom Verkäufer die Lieferung von 50 Aktien zum Preis von 450,- € pro Stück verlangen, dies nennt man den Call ausüben. Da der Käufer nicht gezwungen ist, von seinem Recht zur Ausübung Gebrauch zu machen, wird er dies nur dann machen, wenn der Preis der Aktien höher ist als der Basispreis des Calls. Ein Put funktioniert in analoger Weise, nur dass der Käufer des Puts das Recht hat, die Aktien zum Basispreis zu verkaufen. Er wird dies wiederum nur dann machen, falls der Preis der Aktie unter dem Basispreis des Puts liegt.


Call handeln
Bild 1:
Der Käufer eines Calls (Position: long Call) auf Aktien mit einem Basispreis von 450,- € zu einer Optionsprämie von 20,- €.

Es können drei unterschiedliche Szenarien entstehen:

Szenario 1: Aktien fallen auf unter 450,- €
Der Käufer wird den Call nicht ausüben, da er die Aktien am Markt billiger beziehen kann als durch seinen Call. Der Verlust beträgt in diesem Fall die gesamte Optionsprämie von 20,- €.

Szenario 2: Aktien notieren zwischen 450,- und 470,- €
Der Käufer wird die Option ausüben, da er jetzt zu einem günstigeren Preis (450,- €) als dem Marktpreis beziehen kann. Der Verlust ergibt sich aus: Basispreis + Optionsprämie - Aktienkurs. Notiert VW bei 465,- €, so ergibt sich ein Verlust von 5,- €. Würde der Käufer die Option nicht ausüben, so verfiele sein Call wertlos und der Verlust wäre dementsprechend gleich der Optionsprämie, also 20,- €.

Szenario 3: Der Kurs steigt über 470,- €
Der Käufer übt aus und macht einen Gewinn von Aktienkurs - Basispreis - Optionsprämie. Liegt also VW bei 495,- €, so beträgt der Gewinn 25,- €. Das eingesetzte Kapital hätte sich also mehr als verdoppelt. Zusammenfassend gilt: maximaler Verlust = Optionsprämie, maximaler Gewinn = unbegrenzt.

Kauf eines Put
Der Verkäufer einer Option wird auch als Stillhalter bezeichnet. Er kassiert vom Käufer beim Verkauf einer Option die sogenannte Optionsprämie (Verkaufspreis der Option). Der Vorgang des Verkaufs einer Option nennt man eine Option schreiben. Durch den Kauf einer Option nimmt man eine long Position ein, durch den Verkauf eine short Position. Wir sehen nun die Gewinn- und Verlustmöglichkeiten eines Optionsgeschäftes aus? Aufschluss geben die folgenden Graphiken. Auf den x-Achsen sind jeweils die Kurse der zugrunde liegenden Aktie, auf der x-Achse der Gewinn bzw. Verlust aus dem Optionsgeschäft abgetragen. Zur Vereinfachung wird davon ausgegangen, dass eine Option nur das Recht zum Bezug bzw. Verkauf einer einzigen Aktie berechtige.
 


Put handeln
Bild 2:
Der Käufer eines Puts (Position: long Put) auf Aktien, Basispreis 450,- €, Optionsprämie 10,- €.

Es können drei unterschiedliche Szenarien entstehen:

Szenario 1: Der Aktien Kurs fällt auf unter 440,- €
Ausübung der Option bringt einen Gewinn in Höhe von Basispreis - Optionspreis - Aktienkurs. Bei einem Kurs von 425,- € ergibt sich also ein Gewinn von 15,- €.

Szenario 2: Kurs notiert zwischen 440,- und 450,- €
Ausübung des Puts und somit Verkauf der VW-Aktien zu 450,- € bei einem Marktpreis von z.B. 445,- €. Verlust = Basispreis - Optionsprämie - Aktienkurs, hier also 450 - 10 - 445 = - 5,- €.

Szenario 1: Aktie notiert über 450,- €
Ein Verkauf der Aktien zu 450,- € lohnt nicht, da der Marktpreis höher ist. Verlust der gesamten Optionsprämie, also 10,- €. Zusammenfassung: maximaler Verlust = Optionsprämie, maximaler Gewinn = Basispreis - Optionsprämie.

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