Krise ist nicht gleich Krise. Im Luxusgütersegment wird ein schwacher Konjunkturverlauf häufig anders wahrgenommen als bei den „normalen” Konsumgüterherstellern. Zwar spüren auch die Hersteller von Luxusgütern die Auswirkungen einer Rezession, in den vergangenen zwanzig Jahren erfreute sich dieses Segment allerdings einer ständig steigenden Nachfrage bei den aufstrebenden Schwellenländern.
Umso überraschte viele Edelmarken der globale Einbruch der Nachfrage, bastelten die Vorstände der meisten Unternehmen doch an immer neuen Wachstumsplänen. Die Reaktionen der Manager fallen dementsprechend höchst unterschiedlich aus. Während es bei Firmen wie Escada oder Porsche eher um eine verfehlte Unternehmensstrategie geht, die aktuelle Krise im Wesentlichen bestehende Probleme nur weiter verschärft hat, verfolgen andere Hersteller wie LVMH oder Swatch ihre eher konservativ ausgelegte Geschäftspolitik grundsätzlich weiter.
An der grundsätzlichen Ausrichtung ändert sich aber kaum etwas. Die Ergebnisse der Unternehmen für das erste Quartal 2009 fielen unter Beachtung der jeweiligen Branche höchst unterschiedlich aus. Während LVMH als breit aufgestellter Konzern der Branche seinen Umsatz nur geringfügig erhöhen konnte, legte der Lederwarenhersteller Tod’s bei Umsatz und Gewinn um knapp fünf Prozent zu.
Bezahlbarer Luxus erfährt in diesem Rahmen noch eine gewisse Stabilität, während teure Juwelier-und Uhrenmarken wie Bulgari und Richemont deutliche Umsatzeinbrüche hinnehmen müssen. Im Hinblick auf eine zu erwartende Erholung der Weltwirtschaft sollten aber gerade die deutlich unterbewerteten Edelmarken bald wieder zu gefragten Titeln an der Börse gehören.
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