Kosten der Fondsanlage - Gebühren
Neben den offen ausgewiesenen Ankaufskosten und Verkaufskosten fallen bei
der Fondsanlage noch eine Reihe weiterer Gebühren an, die nicht auf dem
ersten Blick ersichtlich sind, weil Anleger darüber keine separate Rechnung
erhalten und weil sie aus dem Fondstopf bezahlt werden. Ein Teil dieser
Kosten wird beispielsweise bei der Berechnung des Rücknahmepreises pro
Fondsanteil bereits stillschweigend abgezogen.
Managementgebühr
Für die Verwaltung des Fondsvermögens durch einen professionellen
Manager stellt die Investmentbank eine Vergütung in Rechnung. Üblicherweise
beträgt diese Vergütung einen bestimmten Prozentsatz vom durchschnittlichen
Fondsvermögen im Jahr. Bei deutschen Fonds sind das durchschnittlich 0,5 %,
ausländische Fonds berechnen bis zu 1,5 Prozent. Die Managementgebühr wird
der Fondsgesellschaft üblicherweise monatlich oder quartalsweise
ausgezahlt. Höhe und Abrechnung dieser Vergütung müssen im Fondsprospekt
exakt aufgeführt werden.
Depotgebühr
Für ihre Dienstleistung , wie Verwahrung der Vermögenswerte und
Kontrollfunktion, erhält auch die Depotbank eine Vergütung. Sie wird ebenso
wie die Managementgebühr in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes vom
durchschnittlichen Fondsvermögen pro Jahr berechnet und monatlich oder
quartalsweise ausgezahlt. Die Höhe dieser Gebühr schwankt zwischen 0,04 und
0,4 Prozent und muss wie die Managementgebühr im Fondsprospekt angegeben
sein.
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Aufschlag sparen Eine Möglichkeit, diese Kostenspirale zu entkommen, boten bislang der Kauf und die Depoteröffnung direkt bei der Fondsgesellschaft. Mittlerweile denken aber auch diese über Gebühren nach. Voreiter der Branche verlangen inzwischen eine Kontoführungsgebühr von 0,5 Prozent des Depotwerts beziehungsweise pauschal mindestens 6 Euro pro Jahr. Damit ist die Fondsverwaltung direkt bei der Gesellschaft zwar preiswerter als bei der Bank, dennoch lohnt es, unter Banken und Fondsgesellschaften nach den löblichen Ausnahmen zu suchen, die hauseigene Fonds nach wie vor kostenlos verwalten. Über sämtliche Spesen
genau informieren |
Neben diesen im Prospekt offen ausgewiesenen Kosten der Fondsanlage trägt man beim Fondssparen allerdings auch sämtliche Ankaufsspesen und Verkaufsspesen für Wertpapiere oder sonstige Vermögensgegenstände, die das Fondsmanagement für die Anleger erwirbt. Als Großanleger können Fondsrabatte bei den Banken ausgehandelt werden, doch die tatsächlichen Spesen werden in keinem Geschäftsbericht ausgewiesen, können von den Anlegern daher auch nicht überprüft werden. Neben den Kosten, die aus dem Fondstopf bestritten werden, könne beim Investmentsparer aber noch weitere anfallen. Wer bei seiner Hausbank institutsfremde Fonds ankaufen, verkaufen oder handeln will, wird dafür zum Beispiel mit zusätzlichen Gebühren bestraft, sofern das Institut den Auftrag überhaupt ausführt. Fondssparer sollten diese Zusatzspesen nicht akzeptieren und notfalls das Institut wechseln, wenn die Bank nicht mit sich verhandeln lässt. Wer dagegen keine oder nur geringe Gebühren zahlen möchte, wählt für die Fondsanlage eine Direktbank. Dieses bieten Fonds ohne zusätzlichen Aufpreis an ihre Kunden an. Ein Großteil der hierzulande angebotenen Fonds wird bei den Direktbanken sogar mit einem Rabatt auf den Ausgabeaufschlag ( üblich 50 bis 75 Prozent ) oder die Investmentfonds werden ganz ohne Ausgabeaufschlag verkauft.
Zähe Verhandlungstaktik ist bisweilen auch vonnöten, wenn Anleger bei ihrer Hausbank institutseigene Fonds erwerben wollen. Der Kauf ist zwar abgesehen vom Ausgabeaufschlag spesenfrei, doch üblicherweise werden die Fondsanteile wie Aktien und Anleihen bei der Bank ins Depot gelegt. Immer mehr Institute lassen sich diesen, früher kostenfreien Service, bezahlen. Die Kosten für die Verwaltung hauseigener Fonds schwanken zwischen 0,02 Euro pro Anteilschein und 1,75 Promille vom Depotwert.