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Fonds-Picking
Fonds Picking nennt sich ein Service, der 1990 erstmals in Deutschland angeboten wurde. Inzwischen gibt es viele Banken und Vermögensverwaltungsgesellschaften, die das im amerikanischen Raum schon seit Jahren beliebte Fonds Picking offerieren. Ziel der Fonds-Picker: Anstelle einer Vermögensverwaltung durch einen einzelnen Fonds wollen sie ihre Kunden eine Vermögensverwaltung ausschließlich mit Fonds bieten.

Die einzelnen Fonds Picking Modelle sind daher so unterschiedlich wie die Anbieter. Allen gemeinsam ist, dass der Anleger sein Geld nicht in einen einzelnen oder eine Handvoll ausgesuchter Fonds investiert, sondern in einen Pool. Der Verwalter des Pools legt die Gelder aller Poolkunden in verschiedene Investmentfonds an. Je nach Einschätzung der Börsensituation nimmt er eigenständig Umschichtungen zwischen einzelnen Fondskategorien vor und kann Schwerpunkte in verschiedenen Märkten ( Anleihen, Aktien, Immobilien, Geldmarktpapiere ), Regionen und Währungen bilden. Zugleich trifft er eine Auswahl der besten Fonds die jeweils als erfolgsversprechend eingestuft werden und in der Fondsgruppe die besten Ergebnisse erwarten lassen. Die Vorteile von Fonds Picking liegen klar auf der Hand:

  • der Anleger erhält eine komplette Vermögensverwaltung. Er braucht sich weder um die Auswahl der einzelnen Fonds zu kümmern, noch muss er entscheiden, ob er künftig eher auf einen Aktienfond, Rentenfond oder Immobilienfond setzten möchte

  • bei einigen Fonds Pickern kann er sogar wählen, welche Chance/Risiko Mischung er für sein Depot wünscht. Meist werden zwei bis vier Pools mit unterschiedlicher Risikostufe angeboten. beispielsweise ein konservativ gemanagter Pool für Anleger, für die der Kapitalerhalt oberste Priorität genießt. Oder ein Pool für wagemutige, die auf Höchstgewinne spekulieren wollen und bereit sind, dafür abstriche bei der Sicherheit in Kauf zu nehmen.

  • Der Anleger muss die Wertpapiermärkte und Devisenmärkte nicht beobachten und keine Entscheidungen über die Umschichtungen oder die Absicherung seines Fondsvermögens treffen. Die bange Frage, wann einzelne Fonds gekauft oder verkauft werden müssen, lösen die Profis ohne Rücksprache mit dem Kunden.

  • Als Großanleger erzielen die Fonds Picker beim Fondskauf und beim Umschichten Kostenvorteile in Form von reduzierten oder ganz entfallenden Ausgabeaufschlägen.

  • Das Vermögen ist nicht in einem einzelnen Fonds und damit einseitig in einem einzigen Markt angelegt, sondern fließt in Anteile verschiedener Fonds, ist daher breit gestreut über verschiedene Anlageformen, Währungen, Märkte, Regionen und Branchen.

Fonds Picker können also eine wesentlich breitere Risikostreuung erzielen als Direktanleger oder Fondssparer im Alleingang. Das bietet mehr Sicherheit bei der Geldanlage.

Nach den Gesetzten der Wahrscheinlichkeit sinkt beim Fonds Picking daher das Verlustrisiko. Gleichzeitig steigen die Chancen, dauerhaft hohe Erträge zu erzielen. Die unbestrittenen Vorteile des Fonds Picking bleiben allerdings Theorie, wenn die Seriosität der Vermögensverwatungsgesellschaft nicht gewährleistet ist und die Qualität des Managements nicht stimmt. Zugleich muss das Anlagekonzept schlüssig sein, die Kosten und gebühren für den zusätzlichen Service dürfen nicht so hoch sein, dass sie die Gewinne wieder aufzehren. Und die fondsgebundenen Vermögensverwalter müssen frei von Interessenkonflikten sein, um einer möglichst breiten Palette von Fonds die jeweils besten Aktienfonds, besten Rentenfonds, besten Investmentfonds oder besten  Immobilienfonds auswählen zu können.

Fonds Picking Konzepte
Pech nur, dass die wenigsten der am Markt befindlichen Fonds-Picker den Anforderungskatalog in allen Punkten zugleich befriedigen. Banken und Investmentgesellschaften können die Zauberformel Fonds-Picking nicht immer optimal vermarkten, weil sie grundsätzlich nur aus dem konzerneigenen Fondsangebot picken. Dieses Manko haben unabhängige Fondsverwaltungen nicht. Doch die Freiheit, aus einer größtmöglichen Vielzahl die besten Fonds wählen zu können, hat ihren Preis. Einzelne Anbieter offerieren ihre exklusiven Dienste einer fondsgebundenen Vermögensverwaltung beispielsweise erst ab einem Vermögen von 2,5 Millionen Euro. Trotzdem muss man nicht unbedingt Millionär sein, um sich unabhängiges Fonds-Picking leisten zu können.  Es gibt auch Anbieter, die nur 15000 Euro Mindesteinlage fordern. Sie langen aber bei den Gebühren zu.

Andere machen es noch billiger, doch dafür muss der Anleger nicht selten eine größere rechtliche Unsicherheit in Kauf nehmen. Denn mit Ausnahme von Fonds-Picking-Modellen in Form eines Fonds oder einer Lebensversicherung unterliegen die Angebote von Nichtbanken keiner staatlichen Aufsicht. Liegt der Sitz des Fonds-Pickers im Ausland oder wird die fondsgebundene Vermögensverwaltung in Form einer Gesellschaft bürgerlichen rechts angeboten, sollten Anleger die Seriosität von Anbietern und Management daher grundsätzlich auf herz und Nieren prüfen. Denn es handelt sich hier um Angebote des grauen Kapitalmarktes, an dem sich leider zahlreiche schwarze Schafe tummeln, die oftmals mit den besten Fonds Angeboten locken..

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