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Technische Analyse
Die technische Analyse berücksichtigt nur die vergangenen Börsendaten, rechnet damit und versucht die zukünftige Kursentwicklung zu prognostizieren. Grundgedanke ist dabei, dass sich verschiedene Situationen im Kursverlauf immer wiederholen, schon aufgrund der Tatsache, dass es Menschen sind, die die Aktien kaufen und verkaufen, nach menschlichen Denkmustern.

Die klassische technische Analyse untersucht den Kursverlauf basierend auf zwei grundlegenden Annahmen:

  • Im Kurs sind alle Faktoren berücksichtigt, die den Kurs beeinflussen

  • Der Kursverlauf erfolgt in Trends

Im Chart sind Trend leicht zu erkennen, zumindest wenn es sich um eine längerfristige Betrachtung handelt. Schwierig ist es hingegen, die Trendumkehr rechtzeitig zu erkennen und aus einem längeren Aufwärtstrend den richtigen Zeitpunkt zum Ausstieg zu finden und umgekehrt.

Diese Trendumkehr kann jederzeit erfolgen, schließlich steht die Wahrscheinlichkeit für einen steigenden oder fallenden Kurs täglich jeweils bei 50 %, so dass ständige Beobachtung der Charts erforderlich ist. Je kurzfristiger die Trends sind, die ermittelt und ausgenutzt werden sollen, desto aufwendiger ist es zuverlässig die entsprechenden Umkehrpunkte zu finden. Daher haben Charttechniker ein Vokabular entwickelt, dass die verschiedenen Chartformationen beschreibt, z.B. "Keile", "Flaggen", "Wimpel", "Aufsteigendes Dreieck" usw. ! Je mehr Börsianer sich nach der technischen Analyse  richten ( und es werden immer mehr), desto eher funktioniert die Methode, weil die Anleger immer häufiger das Eintreffen der eigenen Prognosen verursachen.

Instrumente der technischen Analyse ( Indikatoren )
Außer den erwähnten Formationen gibt es eine Reihe von Indikatoren, die aus den Kursen nach verschiedenen Methoden berechnet werden und entsprechende Aussagen über den zukünftigen Kursverlauf liefern sollen. Die Zahl der Indikatoren ist eigentlich unbegrenzt, da das Datenmaterial ( die Kurse ) mit immer neuen Formeln bearbeitet werden kann.

Technische Indikatoren
Gleitender Durchschnitt ( GD ), Trendbestätigungsindikator ( TBI), Trendoszillator ( TO), Momentum, Rate of Change ( ROC), Realtive Stärke Index ( RSI ), OBOS-Oszillator, Stochastic, Slow Stochastic, Pseudo Stochastic, Pseudo Slow Stochastic, Williams %R, Relative Stärke ( RS ), MACD ( Moving Average Convergence Divergence ), Umsatz, Average Directional Movement Index ( ADX ), Buy Or Sell Signal ( BOSS ), Commodity Channel Index ( CCI ), Typical Price ( TP ), Median Price, Weighted Close, Coppock, Gewichteter Gleitender Durchschnitt ( GGD ), Expontiell geglätteter gleitender Durchschnitt ( XGD ), True Range ( TR ), On Balance Volume ( OBV ), Parabolic

Man kann die einzelnen Indikatoren zunächst in zwei Gruppen einteilen:

  • Gruppe eins liefert gute Signale in Märkten mit einem eindeutigen Trend, daher bezeichnet man diese Indikatoren häufig als "Trendfolgende" Indikatoren. Zwei dieser Gruppe zählen quasi sämtliche Indikatoren, die auf gleitenden Durchschnitten basieren, also zunächst einmal die GD's selbst, sowie beispielsweise der MACD und TBI.
     

  • Die zweite Gruppe dagegen liefert sehr gute Signale in trendlosen Märkten, also in Seitwärtsphasen. Zu dieser Gruppe zählen vor allem die Oszillatoren wie beispielsweise der OBOS. Man bezeichnet diese technischen Studien auch als Kontratrendindikatoren.

Es gibt aber auch Indikatoren, die sich nicht pauschal in einer dieser beiden Gruppen einsortieren lassen, wie etwa der ADX oder das Momentum, welches eine äußerst vielseitige technische Studie ist. Wie ein guter Handwerker muss also eingeschätzt werden, welches Werkzeug für die jeweilige Aufgabe geeignet oder ungeeignet ist. Dazu sollte man sich mit jedem einzelnen Indikator erst einmal befassen, um ein Gefühl für die Eigenheiten jedes Instruments zu bekommen. Man muss nicht jeden Indikator kennen und einsetzten, sonst läuft man Gefahr sich zu verzetteln. Vielmehr sollte man sich auf eine Auswahl beschränken, die für die eigenen Zwecke geeignet erscheint. Es ist für die technische Aktien Analyse und letztendlich fürs Geld anlegen in jedem Fall nutzbringender, drei oder vier Indikatoren genau zu kennen, als zwanzig ein bisschen.

 

Wozu benötigt man technische Indikatoren
Es gibt genügend Börsianer, die Analysen ausschließlich auf Basis eines jeweiligen Chart erstellen und trotzdem gute Ergebnisse liefern. Daher soll zunächst geklärt werden, was man von einem Indikator erwarten kann. Da die einzelnen Indikatoren auf Basis der verschiedenen Kurszeitreihen berechnet werden, kann ein Indikator eigentlich grundsätzlich erstmal nichts zeigen, was nicht auch im Chart selbst zu sehen ist. Da Charts aber häufig nicht eindeutig sind, man also allein aufgrund des Kursverlaufs ggf. nicht zu einer Einschätzung gelangt, greift man auf technische Indikatoren zurück, die die Situation klarer darstellen sollen.

Ein Indikator ist im Grunde nicht anderes als ein Werkzeug oder Hilfsmittel, das man bei der Aktienanalyse einsetzten kann. Wie bei anderen Werkzeugen auch, hat jeder Indikator seinen eigenen Einsatzbereich. Setzt man ihn also an ungeeignter Stelle ein, so wird das Ergebnis unbefriedigend sein. Daraus zu folgern, dass der jeweilige Indikator unnütz sei, wäre jedoch falsch. Es würde ja auch niemand auf den Gedanken kommen, mit Hammer und Schraubenzieher eine Konservendose zu öffnen. Zuerst einmal sollte geklärt werden, für welche Einsatzbereiche die verschiedene Indikatoren geeignet sind.

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