Funktionsweise der Fundamentalen Analyse
Wer mit Aktien Geld verdienen will, muss sich nicht nur im Börsenhandel
auskennen. Er sollte auch aus der Vielzahl unterschiedlicher Aktien,
Investmentfonds, Optionsscheine oder Anleihen die Titel mit dem größten
Gewinnpotential herausfinden können. Wer dabei blind dem Tipp einer Bank
Empfehlung folgt, ist häufig schlecht beraten. Denn die Banken treten nicht
nur als Berater privater Kunden auf. Denn Löwenanteil Ihrer Gewinne erzielen
Sie mit Firmenkunden, deren Anleihen und Aktienemissionen sie im
Konsortialgeschäft betreuen. Der Interessenkonflikt ist dabei
vorprogrammiert. Wenn beispielsweise ein
Großkonzern eine Kapitalerhöhung vornehmen oder ein neues Unternehmen an die
Börse will, werden die neuen Aktien über die Bank verkauft. Diese wird daher
auf jeden Fall kräftig die Werbetrommel rühren und die neuen
Dividendenpapiere preisen.
Ein kritischer Blick auf die Bankempfehlung tut daher not. Anleger sollten sich grundsätzlich vor jedem Aktienkauf gründlich über das betreffende Unternehmen informieren. Als Quelle können Geschäftsberichte ebenso dienen wie das Studium der Wirtschafts- und Finanzzeitungen, die über börsennotierte Aktien regelmäßig berichten. Vom Berater der Hausbank, eventuell auch von einem Konkurrenzinstitut, könne sich Anleger zudem fundamentale Daten über das Unternehmen und die künftige Börsentendenz geben lassen.
Fundamentalanalyse und Charttechnik
In den Research- und Analyseabteilungen der Banken sind unzählige
Wertpapierexperten damit beschäftigt, einen Blick in die Glaskugel zu
werfen, um die künftige Wirtschaftsentwicklung einzelner Länder, Branchen
und Unternehmen auszuloten. Bei der Chartanalyse werden auch die Indizes wie DAX MDAX Eurostoxx Dow Jones Industrial NASDAQ 100 aus dem Inland und
Ausland wie beurteilt. Aktienprofis stützen sich dabei nicht nur auf
diese fundamental Analyse, um aus der Vielzahl an Dividendenpapieren
diejenigen herauszufiltern, die am aussichtsreichen erscheinen. Daneben
ermitteln sie auch mit Hilfe der
technischen Analyse, auch Chartanalyse
genannt, sowie bestimmten Indikatoren den günstigsten Zeitpunkt zum Kauf und
Verkauf aussichtsreicher Aktien. Die Chartanalyse versucht dabei vor allen,
Rückschlüsse aus der bisherigen Kursentwicklung zu ziehen. Profis bevorzugen
eine Kombination beider Analysemethoden: Sie suchen die fundamental besten
Aktien und kaufen charttechnisch zum optimalen Zeitpunkt.
Die Fundamentalanalyse
Die Fundamentalanalyse versucht, den Wert einer Aktie mit Hilfe von
gesamtwirtschaftlichen Daten, wie Konjunkturentwicklung, Zinsniveau,
Branchenerwartungen, und interne Unternehmensdaten, wie Gewinnerwartungen,
Managementleistung, Arbeitsproduktivität und Marktstellung zu ermitteln.
Dabei wird vor allem der künftig erzielbare Gewinn der Firma zu einer
wichtigen Kennzahl für die Einschätzung der Kursentwicklung der Aktie.
Fundamentalanalysen ermitteln zunächst anhand der Jahresabschlüsse, wieviel
gewinn die Firmen erarbeiten, deren Aktien an der Börse notiert werden. Den
Gewinn teilen die Analysten durch die Zahl der ausgegeben Aktien des
jeweiligen Unternehmens und erhalten den gewinn je Aktie. Im nächsten
Schritt wird dann der Kurs der Aktie durch den Gewinn je Aktie geteilt.
Dieses Kurs Gewinnverhältnis, an der Börse kurz KGV genannt, gehört zu den
wichtigsten fundamentalen Auswahlkriterien bei der Aktienanlage. Vergleicht
man das KGV mit den Werten früherer Jahre oder anderer Unternehmen der
Branche, kann ermittelt werden, ob die Aktie preiswert oder teuer ist.
Um richtig einzuschätzen zu können, ob einen Aktie teuer oder preiswert zu haben ist, reicht es aber noch nicht, das KGV einer einzelnen Aktie mit dem Marktdurchschnitt zu vergleichen. Aussagekräftiger ist der Vergleich mit dem Kurs Gewinn Verhältnis anderer Aktien innerhalb derselben Branche sowie ein Blick auf die Veränderung der KGVs im Zeitverlauf.
Die wichtigsten
Aktienkennzahlen zur Analyse sind KGV und KCV.
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Grundsätzlich gilt: Börsennotierte Gesellschaften, für
die in den nächsten Jahren überdurchschnittliche Gewinne erwartet werden,
weisen meist ein höheres KGV auf, als Unternehmen, deren Gewinnentwicklung
weniger positiv beurteilt wird. Sie gelten daher oft als teuer und werden
von Anlegern oft in der Hoffnung vernachlässigt, mit preiswerteren Titeln
das bessere Geschäft zu machen. Doch Aktien mit einem niedrigeren KGV
signalisieren nicht unbedingt besonders preiswerte und unterbewertete
Aktien, wie Börsianer und Börsenbriefe manchmal meinen. Vielmehr muss in einem solchen Fall sorgfältig geprüft werden, ob die Aktie tatsächlich unterbewertet ist und damit überdurchschnittliche Gewinnchancen hat oder ob die Zukunftschancen für das Unternehmen im Vergleich zur Konkurrenz eher düster sind. Das KGV der einzelnen Aktien sollte daher grundsätzlich erst einmal mit dem durchschnittlichen KGV des Gesamtmarktes verglichen und Abweichungen vom Durchschnitt sorgfältig analysiert werden. In Deutschland zählen Aktien aus dem Dax Index ( Aktienindex) wie adidas, Daimler Chrysler, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Dt. Postbank, EON, Fresenius Medical Care, Henkel Vz., Hypo Real Estate, Infineon, Linde, Lufthansa, MAN, Metro, Münchener Rück, RWE, SAP, Siemens, ThyssenKrupp, TUI, Volkswagen zu den bevorzugten Bankanalysen |