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Absturz ohne Folgen - Strategien zur Depotabsicherung
Die Börse lebt ebenso wie alle anderen Märkte von und mit Überraschungen. Private Investoren können daher nicht auf Vergangenheitsstatistiken verlassen, die besagen, dass Aktien auf lange Sicht den Zinsanlagen überlegen sind. Sogar Wissenschaftler streiten, ob Anleger zum Ausgleich für das mit der Aktienanlage verbundene Risiko, tatsächlich höhere Erträge kassieren. Erstens lässt sich die Zukunft nicht vorhersagen, indem die Vergangenheit hochgerechnet wird. Zweitens kann der Aktieninvestor nie sicher sein, dass er mit seinem Börsenengagement nicht aufs falsche Pferd gesetzt und einen unglücklichen Zeitpunkt für den Einstieg und Ausstieg an der Börse gewählt hat. Und drittens gilt das mit statistischem Material belegte Motto " Aktien schlagen Renten" nur für marktbreit gestreute Aktiendepots. Doch welcher Privatanleger hat schon soviel Geld, sich beispielsweise alle dreißig Dax Werte zu kaufen ? Aus blindem Vertrauen in die Statistik sollte daher kein Anleger zu Aktien greifen. Die Aktie ist und bleibt ein Risikopapier, wie ein Blick auf die Dax Entwicklung der letzen Jahrzehnte zeigt. Selbst professionelle Manager großer Vermögen verlassen sich daher immer weniger allein auf ihr Geschick, sondern entwickeln ausgeklügelte Strategien um das Chance Risiko Verhältnis der Aktienanlage nicht länger dem Zufall zu überlassen.

Die Mischung macht es - Risikostreuung
Ihr erstes Gebot zur Minimierung des Anlagerisikos laut: Diversifikation. Durch geschickte Streuung des Anlagekapitals auf unterschiedliche Titel oder Anlageländer versuchen sie, Ausrutscher einzelner Aktien und Märkte, das "unsystematische Risiko" der Aktienanlage, aufzufangen. Doch der Erfolg der Diversifikation, das erkannten schon die Amerikaner, endet da, wo das Risiko des Gesamtmarktes beginnt. Mit anderen Worten: Ein Anleger, der sein Depot mit Aktien unterschiedlicher Branchen und Länder bestückt, wird zwar von der Entwicklung einzelner Branchen und Länder unabhängig, gegen einen weltweiten Crash oder eine Rezession, die die Kurse eines gesamten Marktes drücken, ist er dennoch nicht gefeit.

Stop-loss-Marke
Um vor Kursstürzen nicht ins Bodenlose mitgerissen zu werden, setzten sich die Profis daher grundsätzlich eine "Stop-loss-Marke": Sie legen Kursuntergrenzen fest, bei deren erreichen bestehende Aktienanlagen sofort verkauft werden. Diese einfache Form der Kurssicherung eignet sich auch für Privatanleger. Wer seiner Bank den Auftrag erteilt, die Aktien bei Erreichen diese Stopp-loss-Marke zu verkaufen, ist zumindest vor allzu drastischen Verlusten gefeit. Die Verlustbegrenzung sollte je nach Risikoeignung und Schwankungsbreite der Aktie, 5 - 20 % unter dem letzten Kurshöchststand liegen.

Es erfordert allerdings schon ein bisschen Erfahrung und Fingerspitzengefühl, diese Stopp-loss-Marken richtig zu setzte. Wird eine volatile, also zu starken Kursschwankungen neigende Aktie zu knapp unter dem letzten Höchstkurs gesichert, fliegt sie schon bei vorübergehenden Turbolenzen an der Börse aus dem Depot. Und der Anleger verpasst womöglich einen nachfolgenden Kursaufschwung. Wird die Stopp-loss-Marke dagegen zu tief gesetzt. ist die Kurssicherung nicht optimal und der Anleger eigentlich nur vor besonderes extremen Einbrüchen an der Börse geschützt. Obendrein stürzen die Kurse in Crashsituationen bisweilen so rasch und steil, dass die Bank den Verkaufsauftrag zur gewünschten Stopp-loss-Marke gar nicht mehr ausführen kann. Je nach Art und der Auftragserteilung wird die Aktie dann gar nicht oder zu einem weit niedrigeren Preis verkauft. Totalen Schutz bietet das Setzen von Stopp-loss-Marken daher nicht. Mit dieser Kurssicherungsstrategie lässt sich das Absinken eines Depotwertes zwar begrenzen, aber nicht ganz verhindern.

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